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Mit rel=”alternate” hreflang=”x” Google auf die Sprünge helfen

Aktualisiert am 25.04.2022 | 🕐 Lesezeit: 8 Minuten

Alle, die schon mit internationaler SEO in Berührung gekommen sind, kennen das Problem: die falsche Sprachversion der Website rankt im falschen Land. Damit Google die richtige Sprachvariante im richtigen Land rankt, gibt es das hreflang-Attribut. Hier erfährst alles, was du über die hreflang-Auszeichnung wissen musst (inkl. Code-Beispielen).

Internationales SEO

Die Verwendung von hreflang ist wichtig für Internationale SEO

Die Folgen dieses Szenarios können schnell zum Killer für die Conversion Rate werden. Ein Schweizer wird wohl kaum Interesse an Produkten haben, die mit Euro-Preisen ausgezeichnet sind oder vielleicht gar nicht in sein Land lieferbar sind.

Zum Glück gibt es Abhilfe.

💡 Anmerkungen
  • Der Einsatz von hreflang ist zwar kein direkter Rankingfaktor, die per hreflang verbundenen Seiten teilen sich jedoch die Rankingsignale
  • hreflang wird von Google und Yandex verwendet. Bing und Baidu hingegen ignorieren das hreflang-Attribut. Sie verwenden stattdessen das lang-Attribut

Wann ist der Einsatz von hreflang nötig?

Die Implementierung von hreflang kann sehr aufwändig werden. Deshalb sollte zunächst geprüft werden, ob eine Notwendigkeit dafür besteht.

Dies lässt sich einfach über die Google Search Console ermitteln: Tauchen für eine Länderdomain (z. B. .de) im Leistungsbericht unter im Reiter Länder Länder auf, für die es eine eigene Domain (z. B. .at) gibt, hat Google offensichtlich Probleme bei der Identifizierung der richtigen Sprache.

Prüfung in der GSC, ob hreflang nötig ist

Hier könnte eine hreflang Implementierung sinnvoll sein

Taucht in diesem Bericht nur das Land auf, für das die Domain vorgesehen ist, ist die Implementierung von hreflang nicht zwingend nötig, sondern eher prophylaktisch.

hreflang: Ländertrennung per HTML-Linkelement

Folgende Möglichkeiten der Sprachsteuerung bietet Google zurzeit an:

Seit 2011 bietet Google Webmastern die Möglichkeit, den Bot mit dem Link-Attribut hreflang bei der Erkennung von Länder- und Sprachversionen einer Website zu unterstützen.

Wird hreflang korrekt implementiert, erkennt Google, welche Länderversion der Seitenbetreiber als Alternativen zur aufgerufenen Seite anbietet:

hreflang=“de“

Doch nicht nur das. Google bietet dank präziser Auszeichnungsmöglichkeiten die Möglichkeit, ähnliche oder identische Sprachvarianten zu trennen. Das ist besonders für Webseiten, die mit derselben Sprache in unterschiedlichen Ländern aktiv sind, interessant.

hreflang=“de-DE“
hreflang=“de-AT“
hreflang=“de-CH“

So kann ausgezeichnet werden, welcher Inhalt für die Inhalte aus Deutschland (hreflang="de-DE"), der Schweiz (hreflang="de-CH") oder Österreich (hreflang="de-AT") bestimmt ist. Ob es sich dabei um eine Top-Level-Domain, Subdomain oder ein Verzeichnis handelt, auf das als (regionale) Alternative verwiesen wird, spielt dabei keine Rolle.

Die Auszeichnung von Sprachversionen per hreflang sind mittlerweile Standard in der Suchmaschinenoptimierung für mehrsprachige Seiten.

Das hreflang-Attribut ist folgendermaßen aufgebaut:

<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.de“ hreflang=“de-DE“ />

Es befindet sich innerhalb des head-Tags einer Website:

<head>
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.de“ hreflang=“de-DE“ />
</head>

Alternativ kann die Auszeichnung auch in der XML-Sitemap oder dem HTTP-Header implementiert werden.

Die für Suchmaschinen relevanten Informationen, werden in Form von Attributen in ein link-Tag, das sich im head Bereich des HTML einer Website befindet integriert.

Was ist der Unterschied zwischen einem Tag und einem Attribut?
Bei der Unterscheidung zwischen HTML-Tags und Attributen kommt es häufig zu Missverständnissen.

Tags zeichnen sich durch ihre spitzen Klammern aus. Meistens bestehen sie aus einem öffnenden und einem schließenden Tag:

<p>Das ist ein Paragraph</p>

Das / im schließenden Tag beschreibt das Ende des Tags.

Attribute hingegen geben dem Tag zusätzliche Informationen wie die URL eines verlinkten Dokuments im Attribut href.

Um Sprachversionen anzugeben, wird das -Tag um folgende Attribute ergänzt:

  • rel – dies gibt die Beziehung zwischen dem aktuellen Dokument und dem verknüpften Dokument an
  • href – gibt den Speicherort des verknüpften Dokuments an
  • hreflang – gibt Land und Sprache des Inhalts dem im Attribut href verlinkten Dokument an: land-SPRACHE. Die Auszeichnung des Landes erfolgt per ISO-639-1-Code, die des Landes via ISO-3166.

Alle drei Attribute müssen angegeben werden, damit die Suchmaschinen die Angaben interpretieren können. Die Sprachauszeichnung ist jedoch optional.

Das Prinzip für mehrere Verweise funktioniert wie folgt: Jede Sprachversion einer Website enthält einen Link aus alle weiteren Sprachversionen inkl. der eigenen (Selbstreferenz).

<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.de“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.at“ hreflang=“de-AT“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.ch“ hreflang=“de-CH“ />

Um nun eine vollständige Auszeichnung für alle betroffenen Seiten zu erhalten, muss diese Auszeichnung auf allen Sprach- und Ländervarianten der Website integriert werden.

Implementierung hreflang

Die Implementierung von hreflang erfolgt auf allen Seiten (inkl. Selbstreferenz)

hreflang funktioniert auf URL-Ebene

Wird eine hreflang-Auszeichnung auf Unterseiten vorgenommen, müssen die vollständigen URLs in das href-Attribut eingetragen werden.

<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.de/seite-1.html“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.at/seite-1.html“ hreflang=“de-AT“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.ch/seite-1.html“ hreflang=“de-CH“ />

Für nicht definierte Sprachen: x-default

Doch was soll passieren, wenn keine der angegebenen Sprachvarianten passt? Seit 2013 bietet Google auch dafür eine Lösung. Durch eine die Auszeichnung mit x-default im hreflang-Attribut wird festgelegt, welche URL in einem solchen Fall in den Suchmaschinen erscheinen soll.

Unser obiges Beispiel würde mit einer x-default Auszeichnung wie folgt aussehen:

<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.de“ hreflang=“de-DE“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.at“ hreflang=“de-AT“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.ch“ hreflang=“de-CH“ />
<link rel=“alternate“ href=“https://www.domain.com“ hreflang=“x-default“ />

Google würde dann alle User deren Sprache nicht DE entspricht auf die .com Website schicken.

hreflang in der Sitemap

Gibt es keine Möglichkeit, das hreflang-Attribut in den HTML head zu implementieren, kann die Auszeichnung auch in der XML-Sitemap erfolgen:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9" xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml">
<url>
<loc>https://www.domain.de/seite-1.html</loc> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.de/seite-1.html" hreflang="de-DE" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.at/seite-1.html" hreflang="de-AT" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.ch/seite-1.html" hreflang="de-CH" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.com/page-1.html" hreflang="x-default" />
</url>
<url>
<loc>https://www.domain.de/seite-2.html</loc> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.de/seite-2.html" hreflang="de-DE" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.at/seite-2.html" hreflang="de-AT" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.ch/seite-2.html" hreflang="de-CH" /> 
<xhtml:link rel="alternate" href="https://www.domain.com/page-2.html" hreflang="x-default" />
</url>
</urlset>

hreflang im http-Header

Was ist der http-Header?
Der http-Header wird bei jedem Aufruf eines Dokuments über das http Protokoll (z. B. einer Website) vom Server an den Client geschickt. Er enthält Informationen, die im HTML-Code nicht enthalten sind. Beispielsweise wird der Status Code einer Seite über den http-Header an den Client (z. B. Browser oder Suchmaschine) übermittelt.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen das hreflang-Attribut über den http-Header ausgespielt werden muss. PDF-Dateien beispielsweise sind nicht in der Lage Anweisungen wie hreflang (oder auch Canonical) per HTML an die Suchmaschinen zu geben, hier kommt die Auszeichnung per http-Header zum Einsatz:

HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: application/pdf
Link: <https://www.domain.com/dokument-1.pdf>; rel="alternate";hreflang="x-default",
<https://www.domain.de/dokument-1.pdf>; rel="alternate";hreflang="de-DE",
<https://www.domain.at/dokument-1.pdf>; rel="alternate";hreflang="de-AT",
<https://www.domain.ch/dokument-1.pdf>; rel="alternate";hreflang="de-CH"

Fallstricke bei der Implementierung

Die Implementierung von hreflang kann sehr komplex werden. Besonders, wenn die betroffenen Websiten nicht aus dem selben CMS generiert werden und keine Kommunikation zwischen den Seiten möglich ist.

Wird beispielsweise auf Website A eine Seite gelöscht, müsste Website B das hreflang-Attribut anpassen, um zu verhindern, dass von dort auf eine Fehlerseite verwiesen wird.

Auch ist es wichtig, dass die per hreflang referenzierten URLs indexierbar sind. Das heißt, sie:

  • müssen mit einem Status Code 200 Antworten
  • dürfen nicht per canonical auf eine andere URL verweisen
  • dürfen nicht per Robots.txt vom Crawling ausgeschlossen sein
  • dürfen nicht per Meta Robots-Tag von der Indexierung ausgeschlossen sein

Die Implementierung der hreflang-Tags per JavaScript kann ebenbfalls zu Problemen führen. Rendert Google das JavaScript nicht, kommen die Informationen über die Sprach- und Länderversionen nicht bei Google an.

hreflang Tags testen

Das Testen der Implementierung ist als wichtig und sollte regelmäßig durchgeführt werden. Zum Glück gibt es dazu praktische Tools:

  • Technicalseo.com bietet einen guten Test für einzelne URLs an, der auch prüft, ob die jeweiligen Rückverlinkungen vorhanden sind/li>
  • Für das Testen einer kompletten Website bietet sich die kostenpflichtige Version von Screaming Frog an. Sie kann auch große Websites crawlen und auf eine korrekte integration von hreflang prüfen.

Alternative: Steuerung der internationalen Ausrichtung in der Google Search Console

Mit dem Tool “Internationale Ausrichtung” in der Google Search Console bietet Google Inhabern von generischem Top Level Domains (TLD) wie .com, net, oder .org die Möglichkeit diese einem geografischen Ziel zuzuordnen. Bei Länderspezifischen Domains wie .de oder .ch ordnet Google die Seite selbst dem Land, dem die Domainendung entspricht zu. Veränderungen können in diesem Fall nicht vorgenommen werden.

Doch was tun, wenn dennoch unqualifizierter Traffic auf der Seite landet, weil die falsche Domain in den Suchergebnissen erscheint?

Einsatzmöglichkeiten und Probleme

Wie an den Beispielen zu erkennen ist, eignet sich der Einsatz von hreflang nicht nur für Webseiten mit unterschiedlichen Sprachen, sondern ist besonders interessant für Seitenbetreiber, die mehrere Seiten in derselben Sprache, aber unterschiedlichen Regionen anbieten.

Schließlich ist es für Google wesentlich einfacher Content in unterschiedlichen Sprachen zu trennen als Content in derselben Sprache.

Im Kampf gegen Duplicate Content hilft das allerdings nur bedingt. Denn: das hreflang-Attribut weist Google lediglich den Weg zu einer alternativen Seite in der im Tag angegebenen Sprache, sagt Google aber im Gegensatz zum canonical-Attribut nicht, welche Seite bevorzugt behandelt werden soll.

Auch heute noch kommt es vor, dass die falsche Sprachversion einer Website bei Google rankt – trotz korrektem Einsatz von hreflang.

In solche Fällen kann es helfen, den Contenet für jedes Land zu individualisieren. Manchmal reichen schon kleine Änderungen, wie das Hinzufügen des jeweiligen Landes im title der Website, um die richtige Sprachversion angezeigt zu bekommen.

Fazit

Auch wenn Google nach wie vor in Einzelfällen Probleme mit der geografischen Zuordnung von Webseiten hat, lohnt sich der Einsatz von hreflang in der Regel. Vor allem bei Webseiten, die mit derselben Sprache in unterschiedlichen Ländern vertreten sind.

Bei Webseiten mit unterschiedlichen Sprachen für unterschiedliche Länder lohnt es sich, zunächst zu prüfen, ob überhaupt ein Problem besteht. Bei unterschiedlichen Sprachen rankt Google meistens auch ohne den Einsatz von hreflang die richtige Variante.

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Michael Göpfert - SEO in München

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Über den Autor

Michael Göpfert - SEO in München Michael Göpfert

Ich beschäftige mich seit 2009 mit Suchmaschinenoptimierung und damit, wie Webseiten erfolgreicher werden können. Seit dem durfte ich zahlreichen renommierten Unternehmen wie Sixt, SportScheck oder Weg.de dabei helfen Ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu steigern. Mittlerweile arbeite ich als Freelancer, Berater und Coach rund um das Thema SEO und teile mein Wissen gerne. Entweder hier im Blog oder in Magazinen wie der Website Boosting.

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