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RankBrain

Geschrieben am: 6. Mai 2022 | Zuletzt aktualisiert: 27. August 2022 | Lesezeit: ca. 5 Min.

Mit RankBrain hat im Oktober 2015 erstmals künstliche Intelligenz Einzug in die Algorithmen der organischen Google Suche gehalten.

Als Teil des Hummingbrid Algorithmus ist RankBrain dafür zuständig, einzelne Begriffe aus Suchanfragen mit Inhalten von Webseiten in Verbindung zu bringen.

Welche Auswirkungen dieses Verfahren auf die Suchmaschinenoptimierung hat, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • RankBrain ist ein KI-basiertes System, das Google hilft, Suchanfragen besser zu verstehen und mit Websiteinhalten zu verbinden
  • RankBrain kommt mittlerweile bei fast jeder Suchanfrage zum Einsatz
  • Dank Deep Learning ist das System in der Lage sich selbst weiterzuentwickeln
Inhaltsverzeichnis

Was ist Google RankBrain?

RankBrain ist ein Deep-Learning-System, das Google hilft, Suchanfragen zu verstehen und zu verarbeiten. Dabei setzt RankBrain auf die Unterstützung von KI bzw. Deep Learning, um sich selbständig weiterzuentwickeln.

Eingeführt wurde RankBrain am 26. Oktober 2015 und ist Teil des Hummingbird Algorithmus, den Google 2014 eingeführt hat.

Zunächst hat Google RankBrain genutzt, um bessere Ergebnisse für die 15 % der Suchanfragen zu liefern, die neu für Google sind.

Bereits ein Jahr später wurde jedoch bekannt, dass RankBrain für fast jede Suchanfrage zum Einsatz kommt.

Die Besonderheiten von RankBrain sind:

  1. Je nach Suchanfrage werden einzelne Rankingfaktoren unterschiedlich stark gewichtet
  2. Durch die KI lernt RankBrain Verbindungen zwischen einzelnen Begriffen und Themen (Konzepten) herzustellen.

Während in der Zeit vor RankBrain die Algorithmen relativ statisch die Rankingfaktoren gewichtet haben, können nun die Rankings deutlich dynamischer ermittelt werden.

So werden beispielsweise Suchergebnisse häufig lokalisiert, wenn RankBrain der Meinung ist, dass aufgrund meines Standorts lokale Ergebnisse passender sind.

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Eine Suchanfrage nach „Kino heute“ führt so zu lokalisierten Suchergebnissen, in denen mir Kinoprogramme für München angezeigt werden, obwohl ich in der Suchanfrage keinen lokalen Bezug an Google übermittelt habe:

Suchanfrage Kino Heute

Google Suchanfrage am 6.5.22

So funktioniert Google RankBrain

Laut Aussagen von Google sind ca. 15 % aller Suchanfragen komplett neu für Google. Auf diese Anfragen ist der klassische Algorithmus nicht „vorbereitet“ und tut sich schwer, gute Ergebnisse zu erzielen.

Denn: in der Zeit vor RankBrain hat Google einen Abgleich zwischen den Inhalten von Webseiten und der Suchanfrage vorgenommen. Je besser die Übereinstimmung war, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass eine Seite für diese Suchanfrage gerankt hat.

Diese Vorgehensweise funktioniert mit unbekannten Suchanfragen nicht optimal.

Google entwickelt sich deshalb immer mehr zu einer semantischen Suche, die lernt, was mit einer Suchanfrage tatsächlich gemeint ist.

RankBrain nimmt also die Suchanfrage „entgegen“ und versucht zu verstehen, was der Nutzer damit eigentlich meint.

Beispiel:

Stelle ich die Suchanfrage „Torbogen Leopoldstraße München“ zeigt mir Google als Top-Treffer Ergebnisse zum Siegestor an:

Suchanfrage Torbogen Leopoldstrasse

Google Suchanfrage am 6.5.22

Übrigens: auf keiner der beiden Seiten stand zum Zeitpunkt der Suchanfrage (Mai 2022) der Begriff „Torbogen“ im Text.

Google versteht also, dass ich zwar nach „Torbogen Leopoldstraße München“ suche, aber eigentlich die Entität Siegestor meine. RankBrain ist also in der Lage, unspezifische Suchanfragen einer Entität (dem Siegestor) zuzuordnen und diese in den Suchergebnissen zu präsentieren.

Stellt sich die Frage: wie macht RankBrain das?

Die Technologie dahinter

Wie bei allen Algorithmen gibt Google auch bei RankBrain wenig Auskunft darüber, wie sie genau funktionieren. Im Artikel „How AI powers great search results“ gibt Google jedoch einige Einblicke darin, wie das System arbeitet.

Wie bereits erwähnt nutzt RankBrain KI bzw. Deep Learning für die Interpretation der Suchanfrage. Häufig wird angenommen, dass Google User Signals wie die Click-Through-Rate heranzieht, um RankBrain zu trainieren.

Davon ist aber im Blogpost von Google keine Rede. Stattdessen „lernen unsere Systeme, indem sie (…) Wörter auf verschiedenen Seiten sehen“.

Dabei geht es vor allem darum, Wörter mit Konzepten in Verbindung zu bringen. Als Beispiel nennt Google die Suchanfrage „what’s the title of the consumer at the highest level of a food chain“ – auf gut Deutsch: „wer steht am Ende der Nahrungskette?“.

RankBrain hat gelernt, dass hier der Spitzenprädator (apex predator) gemeint ist:

Google RankBrain Beispiel

Google Suchanfrage am 6.5.22

RankBrain nutzt also keine User Signals, sondern die Inhalte von Webseiten als Trainingsdaten, um die Zusammenhänge von Wörtern und Konzepten besser zu erkennen.

Als Konzept werden dabei abstrakte Entitäten verstanden. Im obigen Beispiel die Nahrungskette.

Googles Natural Language API demo gibt für die Frage „what’s the title of the consumer at the highest level of a food chain“ den Begriff „Food Chain“ als Entität vom Typ other aus, also einer unbenannten bzw. abstrakten Entität.

Natural Language API demo

Natural Language API demo

Um diese abstrakten Entitäten herum kann die KI lernen zu verstehen, welche Wörter mit diesen Entitäten in Verbindung stehen.

Auswirkungen auf SEO

Vom Google Mitarbeiter Greg Corrado wurde RankBrain als drittwichtigstes RankingSignal bezeichnet. Das ist so wohl nicht ganz richtig, denn RankBrain an sich ist schließlich kein Signal, sondern eher ein KI-System, das Webseiteninhalte und Suchanfragen verarbeitet.

Gleichwohl ist RankBrain in der Lage, sich massiv auf die Rankings einer Website auszuwirken.

Um noch einmal auf das Beispiel mit der Suchanfrage „Kino heute“ zurückzukommen: eine solche Suchanfrage wird durch RankBrain „lokalisiert“ – Eine Website, die lediglich aktuelle Kinofilme ohne Bezug zu lokalen Kinos auflistet wird kaum noch Chancen auf ein gutes Ranking haben

Mach’s gut Keyworddichte

Durch die semantischen Fähigkeiten von Hummingbird und RankBrain ist es nicht mehr zielführend eine Website mit Keywords vollzustopfen.

Stattdessen solltest du dir Gedanken über eine semantische SEO-Strategie machen und dir überlegen, wie du dein Thema (=abstrakte Entität), für das du ranken willst, bestmöglich aufbereitest. Dann hast du auch die Chance für Begriffe zu ranken, die nicht 1:1 auf deiner Website vorkommen.

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Fazit

RankBrain war das erste KI-basierte System, das in die Suche Einzug gehalten hat. Die Tatsache, dass mittlerweile fast alle Suchanfragen von RankBrain beeinflusst werden, zeigt, wie erfolgreich das System ist.

Die Art und Weise wie RankBrain funktioniert, zeigt, dass es für SEOs an der Zeit ist, ihre Strategien an das Zeitalter der semantischen Suche anzupassen.

Michael Göpfert - SEO in München
Geschrieben von: Michael Göpfert

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