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Schädliche Links mit Gratis-Tools aufdecken

Backlinks sind der Fluch und der Segen in der SEO-Welt. Was einem vor wenigen Jahren noch einen ordentlichen Schub gebracht hat kann einem heute schon den Kopf kosten. Die Spielregeln gibt Google vor, wie sehr man davon abweichen möchte um sich einen Vorteil zu verschaffen ist jedem selbst überlassen. Heute ist es aber umso wichtiger nicht nur sauber zu arbeiten, sondern auch eventuelle Fehler aus der Vergangenheit aufzudecken und zu korrigieren. Wer erinnert sich schon noch an den Sidewide Keyword-Link aus dem 08/15-Blog der vor 5 Jahren gesetzt wurde (und gezogen hat) und heute möglicherweise die Ursache für einen Sichtbarkeitsverlust ist?

Besonders kleine Webmaster und SEOs tun sich schwer ohne teure Tools oder Hilfe von außen überhaupt zu erkennen dass man von einer Abstrafung aufgrund unsauberer Links betroffen ist. Natürlich kann kein Gratis-Tool das bieten zu was die zahlreichen kostenpflichtigen Tools da draußen zu leisten im Stande sind, einen Hinweis auf eine durch minderwertige Links verursachte Penalty können sie aber durchaus geben.

Zunächst muss man sich überhaupt bewusst werden ob man von einer Penalty betroffen ist oder ob ein Einbruch im Traffic andere (evtl. technische) Ursachen hat. Sichtbarkeitstools wie das von Searchmetrics bieten auch mit einem freien Account Einblicke in den Verlauf der Sichtbarkeit. Wenn es, wie in meinem Beispiel, über mehrere Wochen steil bergab geht ist das ein deutlicher Hinweis dass hier etwas nicht stimmt. Wer nun mit gutem Gewissen sagen kann dass er seine Seite ordentlich gepflegt hat und ohne böse Tricks arbeitet, sollte nun damit beginnen die Backlinks seiner Seite zu analysieren um zu schauen ob nicht hier die Ursache für den Verlust der Sichtbarkeit liegt.

Die Performance einer Website in der Searchmetrics Suite

Schädliche Links finden

Auch hier hilft uns Searchmetrics mit seiner Backlink Research. Die Option „Linktexte“ gibt in der Gratis-Version der Suite leider nicht allzu viel her, da es sich bei den angezeigten Linktexten (hoffentlich) meist ausschließlich um ungefährliche Brand-Links handelt. Der Bereich „Alle Links“ bringt hier schon mehr ans Tageslicht, werden hier doch immerhin 500 Links inklusive Linktext angezeigt. Leider kann kein Filter für Textlinks gesetzt werden, dennoch kann es sich lohnen die 500 Links durchzuschauen. Neben auffälligen Linktexten sollte auch ein Auge auf die Linkgebende Domain gelegt werden, so gibt doch die ein oder andere Domain durch ihre Keyworfülle im Namen ihren Status als Linkschleuder preis.

So findet sich in meinem Beispiel recht schnell der erste Kandidat, den man sich etwas genauer anschauen sollte. Keyword-Keyword-Magazin.de als Domainname ist doch etwas auffällig. Ein Linkreport mit dem Firefox Addon Search Status offenbart 143 ausgehende Links und auch unser Penalty-Opfer wurde hier verlinkt. Ein Impressum aus dem man weitere Schlüsse ziehen könnte (oder den Webmaster zu kontaktieren und zu bitten den Link zu entfernen) ist leider nicht vorhanden.

Keywordlinks

Weitere auffällige Domains tun uns jedoch den gefallen und geben ein Impressum preis. Wer hier Netzwerke betreibt deren Impressen für Suchmaschinen indexierbar sind, hat in der Regel eh schon verloren. Doch auch wer sein Impressum als Grafik für den Bot tarnt sollte sich nicht zu sicher fühlen. Ein bisschen Kreativität an der Google Bildersuche bringt auch hier erstaunliche Ergebnisse.

Ergebnisse aus der Google Bildersuche

Tipp: Wer hier neben Searchmetrics mit weiteren Tools wie Majesticseo oder ahrefs arbeitet (beide bieten gratis funktionsbeschränkte Zugänge an) kommt recht schnell an eine aussagekräftige Anzahl an Backlinks.

Die Sache mit den Advertorials

Um sich zu vergewissern dass eine Seite wenigstens noch für den eigenen Brand-Namen rankt wird auch gerne bei Google nach dem jeweiligen Brand gesucht. Auch hier können spannende Seiten die einen in der Analyse weiterbringen auftauchen. So ranken bei unserem Kandidaten News-Seiten die über Jahre hinweg in Form von Advertorials Links herausgegeben haben.

Noch ein Keywordlink

Unverfänglicher Link

Als 2011 die SEO-Welt noch in Ordnung war, war man sich auch nicht zu schade mit harten Ankertexten nach außen zu linken. Als Penguin dann solchen Links den Kampf angesagt hat wurde darauf verzichtet und weniger harte Ankertexte verwendet. Das Google im Mai diesen Jahres öffentlich den Zeigefinger gegenüber Linkbuliding mit Advertorials gehoben hat, scheint aber dort aber noch nicht angekommen zu sein. So sind die Artikel zwar brav als Werbung gekennzeichnet, die Links aber nicht mit dem Nofollow-Attribut entwertet. Ein leichtes das zu erkennen. Merke: Als Werbung gekennzeichneter Artikel + Dofollow: = Sargnagel.

So haben wir in kurzer Zeit mit einigen Gratis-Tools diverse Seiten gefunden, die unsere Beispiel-Seite auf eine Art und Weise verlinkt haben über die man sich zumindest mal Gedanken machen sollte. Es scheint zumindest ein starker Hinweis zu sein dass hier eine Abstrafung aufgrund von Backlinks stattgefunden hat. Wer an seiner Seite hängt kann nun mit kostenpflichtigen Tools weiter in die Tiefe gehen und beginnen die schädlichen Links unschädlich zu machen.

Ach ja: Auch die Google Webmaster Tools sollen an dieser Stelle nicht vergessen werden. Da die WMT aber lediglich Links auf die eigene Domain ausgeben sind diese für die Analyse von Seiten dritter (wie in diesem Beispiel) ungeeignet

Fazit

Es kann also mit etwas Glück relativ leicht sein mit kostenlosen SEO-Tools und ein bisschen Kreativität einigen Links auf die schliche zu kommen die einem das Genick brechen können, wenn sie es nicht schon haben. Denn: Was ein SEO mit Freetools entdecken kann, das Google schon lange. Und überhaupt: Wer im Jahr 2013 mit Linknetzwerken oder ähnlichem arbeitet der sollte nicht nur genau wissen was er tut, sondern sich auch ein bisschen mehr mühe machen was Optik und Aufbau angeht.

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