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OnPage SEO – Was muss, was sollte, was kann?

Die meisten SEOs werden das Problem kennen: Ein neues Webprojekt ist dabei das Licht der Welt zu erblicken, doch bevor ein SEO einen Blick auf die Seite werfen kann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Das Layout steht, die Programmierung ist abgeschlossen ab jetzt wird jede Änderung an der Seite zur Mammutaufgabe. Damit es gar nicht erst so weit kommt ist es wichtig das entsprechendes SEO-Know-How von Anfang an in das Projekt einfließt.

Da die OnPage Optimierung in letzter Zeit ohnehin eine Art Renaissance erlebt und keiner mehr riskieren will ausschließlich mit Linkbuilding die Seite zu pushen, ist es entscheidend eine möglichst suchmaschinenfreundliche Basis zu haben.

Dieser Artikel soll helfen ein Projekt schon in den Kinderschuhen so aufzusetzen dass:

  • keine technischen Barrieren entstehen die gute Positionen verhindern
  • Google gleich erkennt auf welchem Thema der Fokus liegt
  • ein SEO auch nach Fertigstellung der Webseite möglichst viel Einfluss nehmen kann

Frage nicht was Google für dich tun kann, sondern frage was du für Google tun kannst

Damit Google überhaupt in der Lage ist eine Seite in den Suchergebnissen anzuzeigen muss sichergestellt sein dass a) der Google-Bot Zugriff auf die Seite hat und b) dem Bot keine unnötigen Steine in den Weg gelegt werden.

OnPage Muss #1: Sei indexierbar

Damit eine Seite überhaupt von Google in den Index aufgenommen werden kann darf diese weder in den Meta-Elementen noch in der Robots.txt-Datei per Noindex ausgezeichnet sein.

OnPage Muss #2: Sei einmalig

Keine Seite eines Webprojektes sollten unter mehreren URLs erreichbar sein. Der Klassiker ist dass eine Seite mit www. und ohne www. vor der Domain aufrufbar ist. Allerdings wird dieses Problem auch gerne durch Parameter oder ein / zu viel oder zu wenig verursacht.

Dies macht es Google unmöglich zu sehen welche der identischen Seiten vom Seitenbetreiber priorisiert wird. Abhilfe kann in diesem Fall das Canonical-Tag oder eine Weiterleitung mit dem Statuscode 301 auf den gewünschten URL schaffen.

Wenn, wie in den meisten Fällen üblich, mit einem Content Management System gearbeitet wird, ist es wichtig dass diese Einstellungen auch später noch geändert werden können. In Einzelfällen kann es Sinn machen eine Seite im Nachhinein auf Noindex zu setzen oder den URL des Canonical zu ändern.

Bei internationalen Seiten kann es helfen mit einer hreflang-Anweisung im Head oder der Sitemap Google die Zuordnung zum jeweiligen Land zu erleichtern.

OnPage Muss #3: Geh mit der Zeit

Nur der Vollständigkeit halber hier noch ein paar OnPage Fehler die eigentlich längst der Vergangenheit angehören sollten und allein schon aus Gründen der Zugänglichkeit (Stichwort: Barrierefreiheit) nicht mehr vorkommen sollen:

  • Flash
  • Text als Grafik
  • Frames
  • JavaScript das Mensch und/oder Maschine den Content vorenthält
  • Session IDs (führen gerne zu Duplicate Content)

Geben ist seliger denn nehmen

Wenn alle diese Fallstricke beseitigt wurden ist es an der Zeit Google und den Nutzern zu zeigen dass man an sie gedacht hat. Dabei geht es um OnPage Faktoren die Nutzern und Google gleichermaßen zugutekommen und die jeder Webdesigner auf dem Schirm haben sollte, auch wenn für ihn das Thema SEO sonst eher eine untergeordnete Rolle spielt.

OnPage sollte #1: Sei schnell

40% aller Nutzer erleben die 4. Sekunde der Ladezeit einer Seite nicht mehr, weil sie da schon bei der Konkurrenz ihr Geld ausgeben. Grund genug eigentlich mit geringen Dateigrößen und schnellen Servern der Seite Beine zu machen.

Auch Google ist es wichtig dass eine Seite dem Nutzer schnell das liefert was er sucht. Eine Rückkehr des Nutzers nach wenigen Sekunden zurück auf die Suchergebnisseite ist ein deutliches Signal für Unzufriedenheit mit der Website und dem Suchergebnis. Früher oder später wird Google hier reagieren und eine Seite bevorzugen die dem Nutzer schneller die gewünschten Inhalte liefert.

OnPage sollte #2: Sei übersichtlich

Eine übersichtliche Website macht es nicht nur dem Nutzer einfach die gesuchten Inhalte zu finden, sondern erspart auch dem Google-Bot sich durch zahlreiche Unterverzeichnisse zu wühlen. Dazu zählen auch „Sprechende URLs“. Eine Seite beispiel.de/shop/produkt wirkt deutlich aufgeräumter als beispiel.de&id=34238 und hilft auch Google aus dem URL herauszulesen um was es auf der Seite geht. Wörter sollten im URL übrigens stets durch ein „-“ getrennt werden und nicht durch einen Unterstrich, Leerzeichen etc.

OnPage sollte #3: Zeige um was es geht

Die Seite ist schnell und indexierbar, jetzt kann der Content Einfluss auf die Begriffe nehmen unter denen die Seite gefunden werden soll. Um das zu gewährleisten muss der SEO Einfluss auf folgende OnPage Faktoren haben:

  • Title-Tag
  • Meta-Description
  • Content der Seite (idealerweise above the fold)

OnPage sollte #4: Sei semantisch

Mit einem korrekt ausgezeichnetem HTML Gerüst kann zusätzlich die Positionen in den Suchergebnissen positiv beeinflusst werden. Dazu gehören:

  • Semantisch auszeichnete Überschriften (H1, H2 etc)
  • Alt-Tags bei Bildern

Nice to have

OnPage kann #1: Heb dich in den SERPs von der Konkurrenz ab

Keinen direkten Einfluss auf das Ranking, aber durchaus Vorteile in Sachen click thru rate bringen semantisch korrekt auszeichnete Preise, Events, Bewertungen etc. So können die Suchergebnisse um die Entsprechenden Angaben erweitert werden. In Zeiten in denen Google immer mehr sogenannte „Verticals“ wie Bilder oder Videos in den SERPs einblendet, sind Rich Snippets eine gute Möglichkeit sich dennoch von der Masse der Suchergebnisse abzuheben.

OnPage kann #2: Zeige Google was du hast

Gehört eigentlich schon zum alten Eisen, aber mit einer (im Idealfall automatisch generierten) XML-Sitemap kann sich Google schnell einen Überblick über die vorhandenen Seiten machen. Was bei Problemen bei der Indexierung Abhilfe schaffen soll.

Fazit

Es ist für den Erfolg einer Website unerlässlich dass von Anfang SEO Faktoren berücksichtigt werden. Die Zeiten in denen fehlende OnPage Optimierung mit verstärktem Linkbuilding ausgeglichen werden können sind mittlerweile Vergangenheit.

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Ein Gedanke zu „OnPage SEO – Was muss, was sollte, was kann?

  1. Hoffe, das drucken Chefs für ihre Entwicklerteams aus und kleben es in die Kaffeeküche. Für Firmen, die sowas Tolles ihr Eigen nennen können, wäre noch Onpage Nice To Have #3: Social Media Funktionalitäten interessant. Ich halte es für wichtig, dass die üblichen Share Buttons von Facebook, Twitter und Google+ drin sind. Je nach Content auch ein Pinterest Knöpflein oder sogar was für Szeneportale wie Design-Webseiten (das mit der Kuh?) oder bei B2B Themen vielleicht ein linkedin und ein xing Button. Außerdem die OG Tags im Title, damit beim Teilen schöne Bilder und Linktexte zustandekommen.

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