Die Sichtbarkeit von Domains in Zeiten lokaler Suchergebnisse

Die Stärke einer Domain zu bestimmen war noch nie leicht. Doch sowohl für Linkbuilder als auch für Reportings für Chefs oder Kunden müssen aussagekräftige Kennzahlen her. Für viele Online Marketer ist mittlerweile die Sichtbarkeit einer Domain einer der entscheidenden Werte. Doch wer in letzter Zeit in Suchergebnissen etwas genauer hingeschaut hat vielleicht festgestellt dass die Sichtbarkeit nicht das Allheilmittel in Sachen KPI sein kann.

Laut Sistrix werden 4,7 Prozent aller Suchanfragen durch einblenden von Google Places-One-Boxen beeinflusst. Das kann zum einen durch den klassischen 7er Pack aus Maps-Einträgen und zum anderen durch hybride Suchergebnisse (organische Treffer, angereichert durch Google Places) geschehen. Das Blog auf kennstdueinen.de veranschaulicht dass mittlerweile jedoch nicht nur die Maps/Places die SERPs beeinflussen, sondern sogar speziell auf die Region des Suchenden angepasste organische Treffer eingeblendet werden. Sofern man in einem solchen Fall überhaupt noch von „organisch“ sprechen kann:

Keyword Bank - Standort München

Keyword "Bank" - Standort München

Keyword Bank - Standort Frankfurt

Keyword "Bank" - Standort Frankfurt

Monitoring der Rankings wird immer schwerer

Durch die immer stärker auf regionale Suchergebnisse ausgerichteten SERPs ist es für viele Suchbegriffe nahezu unmöglich geworden exakte Rankings zu ermitteln. Je nach Standort wirft Google nun mit One-Boxen und lokal zugeschnittenen Treffern um sich. So kann es passieren dass das man für seine Keywords andere Rankings in Frankfurt als in München hat.

Das trifft vorerst freilich nur die Unternehmen besonders hart, die sowohl online als auch offline aktiv sind. Der Großteil der Suchanfragen sind davon (noch) nicht so stark betroffen. Nichts desto trotz beginnt aber für die Betroffenen die Sichtbarkeit als KPI problematisch zu werden. Der Nutzer eines Tools weiß schließlich nicht von welchem Standort das benutzte Tool die Rankings, welche die Sichtbarkeit entscheidend beeinflussen, ermittelt. So kann schnell ein verzerrter Eindruck über die Stärke einer Domain entstehen, wenn das Tool zufällig das Ranking von einem Ort ermittelt an dem der Seitenbetreiber mit einem Places-Eintrag die One-Box rocken kann, bei einer Suchanfrage von einem andern Ort aber nur noch unterhalb der One-Box gelistet werden würde.

Neue Herausforderungen für die Toolanbieter

Als erster Toolhersteller ging heute SEOlytics in die Offensive und hat angekündigt die Rankings mit der neutralen Standortangabe „Deutschland“ zu erfassen. Doch wirklich repräsentativ für die Stärke einer Domain ist das nicht, schließlich werden dabei Rankings ermittelt die in dieser Form faktisch so gut wie nie ausgeliefert werden.

Vielleicht sollten die Toolanbieter dazu übergehen den Nutzern mehr Individualisierungsmöglichkeiten bei der Berechnung der Sichtbarkeit zu ermöglichen. Sistrix bietet bereits die Möglichkeit eigene Keywordsets zu definieren. Das in Kombination mit frei wählbaren Destinationen von deren Standort das Keywordset abgefragt werden kann, würde einen einen branchenspezifischen Verglich von Domains ermöglichen.

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Ein Gedanke zu „Die Sichtbarkeit von Domains in Zeiten lokaler Suchergebnisse

  1. Ich denke für einen allgemein gültigen Sichtbarkeitsindex ist die Abfrage der Keyword-Rankings mit dem Standort “Deutschland” die einzige Möglichkeit, ohne für entsprechende Suchbegriffe zahlreiche Abfragen mit variierenden Standorten zu machen und diese Resultate anschließend zu aggregieren. Ob bei dieser Vorgehensweise dann am Ende nicht wieder ein ähnliches Resultat herauskommt sei mal dahingestellt…

    Natürlich hast du Recht, wenn du sagst, dass Resultate mit Standort “Deutschland” praktisch kein Nutzer zu sehen bekommt. Aber ist das nicht bei allen Keywords so? Denk mal an Themen wie Personalisierung, Google+, etc.

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