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Der Content der Löwen

der Content der LöwenQuelle: ellagrin / fotolia.de

Die spannende Analyse „Content, Shares and Links What we learnt from 1 million posts” von BuzzSumo & MOZ hat mich veranlasst hier mal wieder zu schreiben. Das Thema Link Worthy Content gehört schließlich zu dem spannendsten was SEO zur Zeit zu bieten hat.

Was ist Link Worthy Content überhaupt?

Es ist erst wenige Jahre her als OffPage SEO daraus bestand Backlinks von jedweder Seite auf das eigene Projekt zu setzen. Qualität hatte gegenüber der Quantität eindeutig das Nachsehen. Einige Google Updates später war klar dass hier ein Umdenken stattfinden muss und so begann ein Wandel in Richtung höherwertiger Links. Kleine Projekte die ausschließlich zum Linktausch/-Verkauf existierten haben heute so gut wie ausgedient.

Die Evolution des Linkbuilding ging jedoch weiter, je enger Google die (OffPage-) Daumenschrauben anzog, desto Anspruchsvoller wurde die Disziplin des Linkbuilding. Denn: Ein hochwertiger Link ist nur so gut wie die Zielseite auf die er zeigt. Der Focus lag von nun an also nicht mehr ausschließlich auf der Linkquelle, sondern zusätzlich in der Wertigkeit des eigenen Content.

So wurden viele SEOs plötzlich zu Content Marketern. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Content Marketing ist letztlich schließlich das was Google seit vielen Jahren fordert: Erstellt Seiten für die User und die Rankings kommen von ganz allein.

Quelle: https://giphy.com/gifs/really-seriously-rt-shorts-zZKxt0u9lXITC

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Und guter Content keine Rankings. Aber wie muss denn mein Content aussehen damit er eine Chance hat als Linkmagnet zu funktionieren? Die oben erwähnte Studie von BuzzSumo & MOZ bringt zumindest etwas Licht ins Dunkel. Untersucht wurde vordergründig ob es einen Zusammenhang zwischen Links und Shares gibt. Dazu wurden 1 Million Posts unter die Lupe genommen. Überraschender Weise konnte keine Korrelation zwischen Shares und Backlinks nachgewiesen werden.

Dennoch brachte die Untersuchung einige interessante Tatsachen ans Licht:

  • Von 100.000 untersuchten URLs haben über 75% keinen einzigen Link und weniger als 2 Shares
  • Von 750.000 untersuchten URLs haben immer noch 50% keinen Backlink
  • 85% des Content hat weniger als 1.000 Wörter

Insbesondere der letzte Punkt deutet darauf hin dass sich umfangreiche Contentstücke (welche meistens auch den größeren Mehrwert bieten), nach wie vor die Ausnahme sind. Die Studie und andere Quellen deuten darauf hin dass Link Worthy Content erst ab einer Wortanzahl von ca. 2.000 beginnt. Und selbst dann konnten im Median nur 3 Links pro URL generiert werden. Und das im englischsprachigen Internet.

Als Zwischenfazit kann man also festhalten dass Links

  • Die absolute Ausnahme sind
  • Mit kurzen Texten wird´s noch schwerer welche zu bekommen

Höchste Zeit also den Kopf in den Sand zu stecken?

Nicht unbedingt. Schaut man sich die Daten von BuzzSumo etwas genauer an, findet man auch Hinweise wie die Chancen auf Backlinks steigen. Rand Fishkin von MOZ hat dazu mal eine ebenso simple wie treffende Aussage getätigt:

„Wenn dein Content nicht signifikant besser als das Erste Resultat bei Google wird, brauchst du es gar nicht erst versuchen.“

Noch mal zur Erinnerung: 85% des Content hat weniger als 1.000 Wörter. Wer ein Thema umfassend und tiefgehend behandelt wird schnell merken wie sich der Umfang eines Artikels signifikant erhöht und 1.000 Wörter oftmals gar nicht ausreichen um alles abzubilden. Ja, das ist aufwändig, schwer skalierbar und zeitintensiv. Apropos zeitintensiv:  Der erfoglreiche Schriftsteller Rafik Schami schafft in einem Jahr übrigens auch „nur“ 100 Seiten Text.

Mit den richtigen Werkzeugen zum Erfolg

Wer mit  Tools arbeitet macht sich das Leben leichter und kann selbst Nischenthemen umfangreich behandeln. Mittlerweile gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl an mehr oder weniger sinnvollen Tools die inspirieren und bei der Themenfindung helfen können. Neben dem Keyword Planner sind auch Suggest Scraper und W-Fragen Tools wie Hypersuggest wahre Fundgruben.

Neben diesen „klassischen“ SEO Tools gibt es Hilfsmittel die über die reine Keywordrecherche hinausgehen. Wer ein Thema umfassend behandeln will kommt mit den (häufig mehrere Monate alten) Daten der Keywordtools schnell an Grenzen.

Wer hingegen mit WDF*IDF Tools arbeitet kann einfach und schnell einen Blick auf den Wettebwerb werfen und schauen welche Themen man selbst noch nicht auf der Agenda hat (und darf diese Tipps beachten).

Google News und Frage-Antwort Portale können ebenafalls eine wahre Fundgrube in der Themenfindung werden. Richtet euch einen Google Alert für euere Keywords ein, abonniert euch Google News und ihr bleibt stets auf dem Laufenden und könnt euren Content stets aktuell halten und verbessern. Übrigens: Gutefrage.net stellt jedes seiner Tags als RSS-Feed zum abonnieren zur Verfügung.

Links zu den RSS Feeds auf gutefrage.net

Auch Social Media ist bekanntlich eine sprudelnde Quelle an Inspiration. Mit Diensten wie hshtags (auch hier der Tipp: RSS Feed) oder topsy bleibt man immer auf dem Laufenden.

Es gibt natürlich noch jede Menge weiterer Werkzeuge, die euch das Leben leichter machen. Mit den oben genannten Diensten ist man bereits in der Lage:

  • Eine saubere Keyword Recherche durchzuführen
  • Den Wettbewerb zu beobachten
  • Auf dem Laufenden zu bleiben
  • Die Trends in den Sozialen Medien mitzubekommen

A Fool with a Tool is still a Fool

3€ in‘s Phrasenschwein. Aber genauso wie eine Schwalbe keinen Sommer macht, macht eine gründliche Recherche noch keinen guten Content. Wer also selbst kein begnadeter Autor ist sollte sich aufs Recherchieren beschränken und seine Texter mit einer Übersicht seiner Ergebnisse beglücken. Mein Tipp dafür: Die gute, alte Mindmap. Damit könnt ihr euer Thema übersichtlich aufbereiten und Äste als Zwischenüberschriften definieren und euer Texter weiß genau was zu tun ist. Und scheut euch nicht davor einen Standpunkt zu vertreten, denn:

„Serious and authoritative journalism that takes a position on a current topic can achieve more links….”

Das Auge liest mit

Das Textwüsten nicht mehr up to date sind, hat sich so langsam rumgesprochen. Das Thema Lesbarkeit wird trotzdem gerne vernachlässigt ist aber schon lange kein Nice to have mehr.

  • Aufzählungen
  • Zitate
  • Bilder
  • Links
  • Tabellen
  • Zwischenüberschriften
  • Usw

machen selbst sehr lange Artikel gut lesbar. Mit Grafiken lassen sich komplexe Dinge vereinfacht darstellen. Der Onlinedienst infogr.am lässt euch kinderleicht Zahlen und Diagramme ansprechend präsentieren. Eure Leser werden es euch mit entsprechenden Usersignals danken.

Der letzte Schliff

Überschriften & Titles können über den Erfolg oder Misserfolg eures Content entscheiden, werfen aber oft nur stiefmütterlich oder rein aus SEO-Sicht betrachtet. Nur wer in den SERPs, Social Media Diensten oder Hubpages geklickt wird hat eine Chance sich zu beweisen. Wer sich bei der Headline nicht bemüht verschenkt wertvolles Potential.

Eine gute Headline vermittelt dem Leser dass es sich lohnt den Artikel zu lesen, sie enthält erste Angaben über den Inhalt und entspricht der Zielgruppe. Dasselbe gilt natürlich auch für Title und Description.

Fazit & Best Practice

Umfangreicher Content muss nicht immer der beste sein und machmal sagt auch ein Bild oder Video mehr als 1.000 und stellt den User zufrieden. Wer den Fokus aber darauf legt mit seinem Content Link zu generieren darf gerne etwas mehr in die Waagschale werfen.

Zum Schluss zurück nach Übersee. In Sachen Content gibt es dort wirklich beeindruckende Beiepiele:

Der Advanced Guide to SEO – Fantastischer Überlickt zum Thema SEO

Weniger testlastig, dafür interactiv: 30 Days of HIIT

The Best On-Ear Headphones (At Any Price) – Sehr umfangreicher Ratgeber

Buchtipps zum Thema*

Weiterführende Links

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